Urlaub

Mit einem Säugling und der Bahn quer durch Deutschland ZU DEN GROSSELTERN

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Großer Vorteil bei der Bahn im Vergleich zum Auto: Man kann sich die ganze Zeit frei bewegen und sich voll dem Kind widmen. Muss man natürlich nicht, schont aber die Mitreisenden und die eigenen Nerven. Man kann jederzeit lesen, essen, trinken, herumlaufen, aufs Klo/zum Wickeln gehen, schlafen, Kontakte knüpfen usw. Bisher klappten alle Reisen viel besser als befürchtet.

Ein paar Wochen vor Reiseantritt:

Natürlich gilt: je weniger Gepäck, desto besser.

Daher sollten die Großeltern alles Wichtige vorbereiten und einkaufen, so dass man selbst nur das Gepäck für die Reise planen muss.

Vorbereitet werden können zB. Windeln, Pflegeutensilien, Brei und Nahrung allgemein, Babyflasche (nicht teuer), ein Wickelplatz (kann schlicht eine Decke auf dem Boden sein) usw. Viele Großeltern haben noch Kleidung, Spielzeug und Bücher im Keller oder auf dem Dachboden – von früher. Das kann man sichten und sortieren. Es ist praktisch, wenn es einen Grundstock an Kleidung und Spielzeug vor Ort gibt, das macht den Koffer leichter. Ausserdem gibt es ja Ebay. Dort kann man günstig ein paar Dinge im Voraus besorgen. Sehr praktisch ist ebenfalls ein Kinderwagen vor Ort. Auch hier kann Ebay oder ein Flohmarkt helfen – nicht das billigste Modell nehmen (Sicherheitsmängel?), sondern ein solides, wenn auch nicht mehr ganz schickes Gestell. Das kommt auch auf die Finanzsituation allgemein an. Über Ebay Kleinanzeigen kann man sich gut über Angebote vor Ort informieren, sie auch testen und dann entscheiden.

Wohnen die Großeltern nicht neben dem Bahnhof und holen mit dem Auto ab: an den passenden Kindersitz denken und im Voraus besorgen. Nach Möglichkeit auch Ausleihen, wenn er nicht oft benötigt wird.

Ebenso hilfreich ist ein Hochstuhl vor Ort (obwohl man den sowieso nicht zum Verreisen benötigt…).

Vorteil bei den Großeltern: man kann Kleidung waschen. Also braucht man für 10 Tage nicht 20 Bodys und 5 Schlafanzüge! Es genügen ein paar Kleidungsstücke, die sich bewährt haben.

Für mich – da ich freiberuflich arbeite – hat sich auch ein eigenes Notebook vor Ort bewährt, so dass ich nur eine Festplatte für die Reise einstecke.

Gepäck für die Reise:

Das Baby kommt in die Bauchtrage, ob Tuch oder Ergo oder Manduca – alles gut. Der Kinderwagen bleibt zu Hause. Daher sind beide Hände frei für einen Koffer und eine Tasche (am besten am Koffer befestigbar). Im Koffer: alles, was man nicht dringend für die Fahrt benötigt. In die Tasche: der Rest… Dieser kann durchaus größer ausfallen als geplant. Dann statt Tasche ein Rucksack.

– Wickelsachen

– Spielzeug (möglichst klein, leicht und multifunktional: ein Ball, Zeitungspapier…)

– Wechselkleidung

– eine Decke (für Noch-nicht-Krabbler, da der Boden in der Bahn manchmal eher… dreckig ist).

– eine Decke/ein Tuch zum Schlafen im Arm der Mutter (fand ich angenehm)

– Essen und Trinken

Wichtig: man muss sich einigermaßen gut mit Kind und Koffer bewegen können! Denn nicht immer reist man von Hamburg nach Berlin direkt. Umsteigen ohen Hilfe muss möglich sein.

Die Reisebuchung:

Das Abteil

Möglichst frühzeitig buchen, wegen Sparpreisen einerseits, wegen Verfügbarkeiten andererseits. Denn Ziel ist das KINDERABTEIL. Das befindet sich zwischen erster Klasse und Bordrestaurant (in der Regel jedenfalls). Vorteile sind klar: man hat als Familie mit Kind Vorrang, es darf etwas lauter werden, es darf auch mal eine volle Windel sein. Ausserdem ist der Wickeltisch nah, im Behinderten-WC daneben. Manchmal trifft man auch nette Mitfahrer-Eltern, die die Fahrt verkürzen… Und für Kinder sind Kinder sowieso am spannendsten.

Vorteil weiterhin: Gepäck und Kinderwagen, sofern mit auf der Reise, können in der ersten Klasse direkt daneben abgestellt werden, da dort viel Platz ist. Das ist auch so erlaubt. Oft steht auch ein Zugbegleiter bereit, der beim Ein- und Aussteigen behilflich ist. Der Flur vor dem Abteil ist relativ frei und und Kinder können dort krabbeln oder sich bewegen.

Nachteil: das KInderabteil ist auf vielen Strecken in Deutschland ein normales, kleines Abteil. Also wenig Platz und eng, wenn man nicht alleine reist. Es ist schnell ausgebucht. Es ist leider nicht immer sehr sauber, wie ich gelegentlich feststellen musste (Kinder krümeln nun mal). Ist man zu spät, gibt es die Möglichkeit, in der Nähe des Kinderabteils zu buchen und dann spontan zu schauen, ob ein Platz frei ist. Oder man stellt das Gepäck in der ersten Klasse ab und setzt sich ohne Buchung ins Restaurant, wenn das Kind schon mobil ist. Dann ist man sowieso mehr am Laufen als am Sitzen.

Die Fahrtzeiten

Hier muss man darauf achten: schaffe ich es, in der gegebenen Zeit umzusteigen? Ohne Hilfe, mit Berücksichtigung einer kleinen Schlange vor dem Aufzug nach oben/unten? Gibt es Rolltreppen, geht das schneller – ohne Kinderwagen. Gibt es Aufzüge überhaupt? Muss ich weit laufen, von Gleis 1 auf Gleis 12? Weiß ich, wie und wohin ich laufen muss? Was mache ich, wenn die Bahn Verspätung hat? Gibt es Anschlusszüge in annehmbarer Zeit? Zwei Stunden Warten mit Baby können anstrengend werden…

Fünf Minuten Umsteigezeit sind riskant. Auch 10 Minuten. 20 Minuten sind aussichtsreich. 45 Minuten angenehm, aber lang, wenn die Bahn pünktlich ist.

 

 

Mit einem Säugling und der Bahn quer durch Deutschland IN DEN URLAUB

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Hier sind alle oben genannten Hinweise natürlich auch gültig. Allerdings reist man nicht in vertraute Umgebung (mit Waschmaschine, gefülltem Kühlschrank etc.), sondern muss sich vor Ort einrichten. Das erfordert ein wenig Planung.

Gepäck

Das Gepäck sollte man auf das Wesentliche reduzieren (leichter gesagt, als getan). Wichtig ist daher zu klären, ob es Waschmöglichkeiten vor Ort gibt. Sei es eine Waschmaschine oder einen Waschsalon. Denn alleine unser Verbrauch an Bodies für den Junior ist sehr hoch… Praktisch ist es ebenfalls, wenn man ohne Kinderwagen reisen kann. Der behindert beim Umsteigen ziemlich und eine Reise mit Koffer/großem Rucksack, Kinderwagen UND Kleinkind habe ich alleine bisher nicht gewagt. So etwas lieber zu zweit ausprobieren. Aber oft es gibt Möglichkeiten, Kinderwagen und Buggys vor Ort zu leihen. Wenn man das rechtzeitig abspricht und reserviert, sollte das gut klappen.

Eine weitere Variante der Gepäckreduzierung: zB. mit der Bahn versenden. Dieses Angebot der Deutschen Bahn kostet ab 17,50 Euro. Getestet haben wir es noch nicht, aber es kann durchaus praktisch sein.

http://www.bahn.de/p/view/angebot/gepaeck/kuriergepaeck.shtml

Auch Postversand haben wir schon gemacht, aber dann nur zu den Großeltern und nur Dinge, die nicht akut in den ersten Tagen benötigt wurden.

Und natürlich kann man vor Ort dann auch Einkaufen (sofern man nicht an einem Sonntag anreist…).

Entfernungen

Wie weit ist der Bahnhof von der Ferienwohnung/dem Hotel? Sollte man im Voraus, schon vor der Wohnungsbuchung überhaupt, im Blick haben. Zu Fuß machbar oder nicht – braucht man ein Taxi? Gibt es vielleicht sogar einen Abholservice? Auf diese Weise fallen viele Übernachtungsangebote schnell weg, da sie einfach nicht praktikabel sind ohne Auto.

 

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